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4 Tage Wochenende und doch so schnell vorbei! Wirklich ärgerlich! Aber schön war es! Thanksgiving, der wohl aufwandsreichste und, bei vielen, meistgehasste Tag des Jahres. Familientreffen überall, ob man will oder nicht. Stundenlanges kochen und After-Dinner-Aufräumen für circa 20 Minuten gemeinsames Essen! Lohnt sich da denn wirklich der Aufwand? Wohl eher nicht. Aber Tradition muss aufrecht erhalten werden, ob man nun will oder nicht. Ich war auf einem sehr besinnlichen, harmonischen und eher spektakulärlosem (aber wohl bemerkt SEHR schönem) Thanksgiving-Dinner eingeladen. Zusammen mit Sarma’s ganzer lettländischen Familie + Familienangehöriger saß ich zusammen am Tisch, um das gleiche zu essen, was in diesem Moment bei schätzungsweise 190 Millionen anderen Haushalten auch auf dem Tisch stand. Doch wo blieb da die Tradition? Eine Ansprache wurde zwar gehalten, doch der Truthahn war bereits vollends zerlegt. Ich war der Meinung, der älteste Sohn bekäme am Tisch immer die Ehre dies zu tun. Aber dies unterschied unser Thanksgiving wohl von rein Amerikanischen. Auf jeden Fall war alles sehr schmackhaft und jeder ist satt geworden.
Danach sollte die Feier mit Sarma, Tanja und Diyar in Clubs weitergehen, doch da Truthahn anscheind eine Substanz beinhaltet, die Menschen schläfrig macht, war mit Nachtleben nicht viel los. Ausser einer Sportsbar in Palo Alto war alles wie ausgestorben. Doch der Ausflug dahin war keinesfalls umsonst. Nach stundenlangen Gesprächen unter freiem Himmel und mit viel Weißwein, hatte ich mich vor unserer Heimfahrt noch für ein Bullriding entschlossen. Eigentlich hatte ich mein Kleid als Ausrede dies nicht zu tun, doch die nette Dame, die den Bullen betrieben hat, konnte mir da zu meinem Glück mit einer Hose aushelfen. Nach meinem Ritt, meinte sie, dass ich mich super gehalten hätte. Das habe ich dann die nächsten Tage aber auch in meinen Oberschenkeln und rechtem Arm gespürt. Super Workout, kann ich da nur sagen. Danach hatt es uns dann kurzerhand noch in eine Bar verschlagen, die Sarma kannte und zufälligerweise direkt auf unserem Heimweg lag. Dort gab es Karaoke-Geträllere und da wir sowieso schon in der Stimmung waren, alles mal ausprobieren zu müssen, haben Tanja und ich uns dafür natürlich sofort angemeldet. Ich sag euch, es gibt tolle Tonaufnahmen von uns, die der Öffentlichkeit aber leider vorenthalten werden müssen. Nur soviel sei gesagt: Wir waren nicht mehr wirklich in der Lage, die Töne auch nur annähernd richtig zu treffen. :-)
Am Freitag stand dann der große Shopping-Tag, vor dem ich schon im Voraus gewarnt wurde, auf dem Programm. Black Friday, ist der Tag nach Thanksgiving, an dem die Weihnachtszeit in Amerika eingeläutet wird und dafür bietet jeder Shop unschlagbare Rabatte auf seine Artikel an. Obwohl das riesige Menschenmengen bedeutete, wollten Diyar und ich uns diese Angebote nicht entgehen lassen. Also sind wir zuerst nach Gilroy in eine Aussen-Shopping Mall gefahren. Da die aber nur Menschenmengen und wenig Auswahl für uns hatte, haben wir uns nach einiger Zeit entschlossen noch in die Outlet-Mall nach Milpitas zu fahren. Ich liebe diese Mall und wenn es nicht so voll in den Geschäften gewesen wäre, hätte ich bestimmt einiges mitgenommen. 13 Stunden waren wir insgesamt auf Shoppingtour, doch das einzige, was ich für mich geholt hatte, waren eine Uhr und ein Oberteil. Unser Fazit war also eindeutig, dass es sich nicht lohnt am Black Friday einkaufen zu gehen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie an manchen Läden (vorzugsweise Elektrogeschäfte) die Menschen Schlange gestanden haben, nur um dort überhaupt erstmal rein zu kommen. Verrückt, sag ich euch.
Am Samstag ging es dann endlich auf richtige Clubtour, obwohl ausser Diyar eigentlich keiner richtig Lust darauf hatte. Dank ihr sind wir dann aber trotzdem irgendwann nach San Francisco in einen kleinen Club gefahren, wo unter anderem eine minimal erfolgreiche Band aufgetreten ist, deren Namen ich noch nachliefern muss, da er mir kurzfristig entfallen ist (Nachtrag: Es waren The Tones). Im ganzen war auch dieser Abend wieder viel zu schnell vorbei, da ja hier die offiziellen Clubs alle schon um 2 Uhr schließen. Das ist ein riesen Pluspunkt für Deutschland und andere Länder ausserhalb Kaliforniens, denn wenn man gewohnt ist, erst frühestens um elf auszugehen, bleibt zum Partymachen wirklich fast keine Zeit mehr. Aber ich würde sagen, es hat sich trotzdem gelohnt dort hinzufahren.
Ganz so nachteilig war die frühe Heimfahrt dann auch nicht, denn am Sonntag stand ja nun mein großer Umzugstag ins Haus. Immer noch vom Muskelkater geplagt, musste ich meine 100 Taschen zum Auto bringen und mit denen zu Tanja zu fahren, bei der ich jetzt für 10 Tage wohnen werde, bevor die Tour mit Steffi beginnt. In der Zeit muss ich leider aus Koffern leben, da für meine ganzen Klamotten in Tanja’s Ein-Zimmer-Wohnung nicht wirklich Platz ist. Deshalb werde ich wirklich froh sein, wenn wir im Januar in unser gemeinsam gemietetes Haus ziehen, wo ich mich dann wieder so richtig ausbreiten kann.
Ja das war also mein viel zu kurzes langes Wochenende. Muskelkater ist nun auch wieder fast weg und die Tage, bis Steffi kommt, vergehen jetzt wie im Flug.




